Was ist ökologische Durchlässigkeit?

Als ökologische Durchlässigkeit bezeichnet man sowohl die Möglichkeit aquatischer Organismen, sich ungehindert in ihrem natürlichen Lebensraum auszubreiten, als auch den freien Gewässertransport von Sedimenten. Die Errichtung von Querbauwerken – etwa von Staudämmen oder Wasserkraftwerken – führt zu einer Verringerung der ökologischen Durchlässigkeit und schränkt insbesondere die Bewegung von Fischarten ein, die zum Laichen oder zum Überwintern andere Flussabschnitte aufsuchen müssen. Die Wiederherstellung der ökologischen Durchlässigkeit in den europäischen Flüssen ist daher ein Prioritätsziel der EG-Wasserrahmenrichtlinie.

Gründe für Fischwanderungen

Gründe für Fischwanderungen (nach: Baier 2013: Ökologische Grundlagen und Standortevaluation für die Realisierung des Prototyps eines Fischpasses).

Wie fördert unser Verein die ökologische Durchlässigkeit?

Anfang der 1990er Jahre waren im Stadtgebiet von Wernigerode insgesamt 16 größtenteils oder vollständig unpassierbare Querbauwerke in der Holtemme sowie 5 größtenteils oder vollständig unpassierbare Querbauwerke im Zillierbach vorhanden. Diese wurden zwischen 1996 und 2011 in 13 Fällen durch einen Rückbau und Ersatz durch eine Sohlrampe sowie in 8 Fällen durch den Bau einer Fischtreppe passierbar gemacht, wobei drei Rauhgerinne-Beckenpässe, drei Schlitzpässe und zwei Mäander-Fischaufstiege entstanden.

Lage der Fischaufstiege in Wernigerode

Die Lage der Fischaufstiege in der Wernigeröder Innenstadt, kartiert mittels QGIS (Kartendaten: Open Street Map, Lizenz: CC-BY-SA 2.0).

Während das letzte Querbauwerk im Zillierbach schon 2002 rückgebaut werden konnte, konnte die vollständige ökologische Durchgängigkeit für die Holtemme erst 2011 mit dem Bau der letzten beiden Fischtreppen sowie dem Rückbau der letzten drei verbliebenen Querbauwerke erreicht werden – also ein Mammutprojekt, das uns über 15 Jahre beschäftigt hat und auch zukünftig (Instandhaltung und Säuberung der Fischtreppen) noch beschäftigen wird.